Konzertchor Norddeutschland gastiert an historischer Stätte

Als Höhepunkt der Chor-Arbeit im 1. Halbjahr 2017 gastierte der Konzertchor Norddeutschland am 01. Juli in der Evangelischen Kirche in Sülfeld. Sülfeld ist eine Gemeinde, die ca. 12km von Bad Oldesloh entfernt liegt. Urkundlich wird die Kirche erstmalig im Jahre 1207 erwähnt.

Erwartungsfroh warteten die Zuhörer in der voll besetzten Kirche auf den Beginn des Chorvortrages, welcher um 17:00 Uhr begann. Mit Werken von unterschiedlichen Komponisten überzeugte der Chor unter der Leitung von Daniel Arnold eindrucksvoll. Insgesamt wurden 12 Werke vortragen, teils acapella oder mit Klavierbegleitung. Am Klavier saß Steffen Höschele und unterstützte das gut eingestimte Ensemble. Ergänzt wurden die Chorvorträge durch 3 Instrumentalwerke für Klavier und Cello, gespielt von Daniel Arnold. Zum Reportoire des Konzertchores gehörten unter anderem mehrere Werke des englischen Komponisten Will Todd. So zum Beispiel "Call of Wisdom", welches anlässlich des Diamantenen Thronjubiläums von Elisabeth II. in 2012 uraufgeführt wurde.
Ein weiterer Höhepunkt war das Werk von Kim André Arnesen (Jahrgang 1980). Eindrucksvoll wurde "Even when he is silent" vorgetragen.
In wenigen Zeilen, die man zum Ende des 2. Weltkrieges an einer Wand eines Konzentrationslagers fand, drückte ein unbekannter Insasse folgendes aus:

Ich glaube an die Sonne, auch wenn ich sie nicht scheinen sehe, ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie aktuell nicht fühle, ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt..

Arnesen vertonte diese Zeilen in 2011 nach den Anschlägen in Oslo und Utøya. Erstmalig aufgeführt wurde es im November 2011.
Fulminanter Schlusspunkt war das Arragement des steirischen Volksliedes "O Jubel, o Freud", welches die Geburt Jesu zum Thema hat. Der österreichiche Komponist Franz M. Herzog (Jahrgang 1962), künstlerischer Leiter des KammerchoresVocalforum Graz, arrangierte 2013 dieses Werk neu. Dabei bleibt die Melodie nahezu unverändert, während Taktart, Rhythmus und Harmonik auf faszinierende Weise verfremdet wurden. Durch vorwärts treibende rhythmische Muster kommt die unbändige Freude, die sich im Liedtext ausdrückt, überschäumend auch in der Musik zur Geltung.
Die begeisterten Zuhörer revanchierten sich zum Abschluss des Konzertes durch langanhaltenden Applaus bei allen Akteuren.